Donnerstag, 30. Oktober 2008

Was ich am Samstag gelernt habe

Auch ein Betriebsausflug kann (ähnlich dem schulischen Wandertag...) sehr aufschlussreich sein! Wir sind in der Kirschstadt Witzenhausen im Tropengewächshaus gewesen, wo ich so einiges spannendes gesehen, erklärt bekommen und sogar (!!!) gelernt habe:

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen!! Oh man, was bekommt man eigentlich in so einem Bio-LK beigebracht?! Ich hatte davon wirklich noch nie gehört... außer bei Hanf... aber was genau das bedeutet, war mir nicht wirklich klar. Jedenfalls, auf so einer Papaya-Plantage reicht eine männliche Pflanze, um 60-80 weibliche zum tragen zu bringen. Die heruntergefallenen Früchte vermehren sich dann übrigens ganz fix weiter, da der Boden in den Tropen bekanntermaßen nicht unglaublich ergiebig ist. Da gilt das Prinzip „Wer zuerst kommt, malt zuerst“. Noch übrigenser halten sich solch Papaya-Kerne ziemlich lange; man kann auch noch nach Jahren ein neues Pflänzchen damit züchten.

Der Unterschied zwischen grünem und schwarzen Tee liegt in der Zubereitung, nicht bereits in der Pflanze! Für schwarzen Tee werden den Teeblättern durch Wasserdampferhitzung die Enzyme kaputt gemacht. Für grünen Tee nicht. Die Enzyme reagieren dann beim Aufbrühen, ergeben das markante dunkle Wasser und machen alle guten Teeeigenschaften, die der grüne Tee noch hat, kaputt.

Eine Bananenpflanze ist im Inneren hohl, die verschiedenen Blätterlagen wickeln sich quasi immer weiter um den Stamm herum und dadurch wächst das ganze Gebilde in die Höhe. Erst bei einer bestimmten Höhe wächst der zwiebelartige untere Teil innen ganz durch und kommt dann oben als Staudenanfang zum Vorschein. Was die Menge an Pestiziden angeht in meiner leckersten Lieblingsfrucht, habe ich mir keine Zahl merken können, da sie für meine Vorstellungskraft zu groß war...

Baumwolle ist eigentlich eine unfassbar anfällige und daher unpraktische Pflanze, die ebenfalls vollgepumpt wird mit Pestiziden. Hanfklamotten zu tragen wäre eigentlich viel sinnvoller, da diese Pflanze ziemlich robust ist und keine besondere Pflege benötigt. Warum aber gibt es Klamotten aus Hanffasern eher selten? Weil die Produktion viel zu billig ist, damit kann man kein Geld verdienen. – Seltsame Logik, aber das nennt sich wohl Wirtschaft.

Dass Vanille ziemlich umständlich höchst persönlich von Menschenhand bestäubt wird, wusste ich bereits. Dass die Dinger irgendwann mal grün am Büschel hängen, hätte ich mir denken können... Sie werden ebenfalls umständlich gepflückt, gewaschen, gewalkt, in einem Topf gelagert... erst nach etwa einem Jahr haben die Schoten die für uns typisch schwarze Farbe. Übrigens: Wenn man im Supermarkt ein Röhrchen findet, das ausschaut wie verschimmelt – mitnehmen! Das sind reine Vanillekristalle, die beste Qualität!

Und dann hab ich noch Synsepalum dulcificum, die sogenannte Wunderbeere kennen gelernt. Diese gibt es manchmal für ein paar Euros zu kaufen und soll ein Riesen-Geschmackswunder für sein Geld bieten: Kaut man zwei ihrer Beeren gut durch und beißt anschließend in eine Zitrone oder ähnliches, schmeckt diese leckersaftig süß! Die Beere sorgt nämlich einige Zeit dafür, dass die Zungenknospen andersrum gepolt werden. Muss ich irgendwann dringend mal ausprobieren... :)

1 Kommentar:

  1. Das klingt unglaublich toll! So einen Betriebsausflug würde ich mir auch gefallen lassen. :-)

    Liebe Grüsse von der

    Garnprinzessin

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