Montag, 11. Februar 2013

Stein auf Stein

Jawoll ja, schon wieder durfte ich was von der Liste wegstreichen!
Wurde allerdings auch wirklich Zeit, denn der Mann bekam schon letztes Jahr zum Valentinstag eine Einladung dafür... öhöm...


Am WE waren wir nun mal wieder in meiner Heimat und hatten gar nicht so viele Termine wie sonst, daher drängte sich der Besuch im schönen Städtchen Celle auf. Bei einer Saukälte, aber bei schönstem Sonnenwetter kamen wir bereits nach einer HALBEN Stunde Fahrt von Hannover dort an (nur mal so zur Info, falls noch jemand keine Ahnung hat, wie weit das von Niedersachsens Landeshauptstadt entfernt sein könnte!) und machten erst einmal eine kleine Runde durch die entzückende Altstadt und zwischen Schloss und Graben, bevor es ins Bomann-Museum, dem eigentlichen Ziel ging.


Für läppische 5€/Erwachsenen konnten wir alles ansehen und das war deutlich mehr als gedacht! Statt eingeplanten zwei Stunden waren wir mindestens drei unterwegs und die Zeit verging dabei wie im Fluge... Zum einen gibt es einen schönen Rundgang zum Thema "Bürgerkultur in Celle", zum anderen Interessantes über Bienen und Honig, ist die Region doch sehr bekannt dafür und gibt es in Celle selbst sogar ein Bieneninstitut. Beide Themenbereiche sind abwechslungsreich und leicht eingänglich verständlich dargestellt, so dass sogar ich Lust hatte, die ganzen Texte zu lesen ;-) (Und so weiß ich nun, dass es die vielen unterschiedlichen Zimmer einer Wohnung wie wir sie heute kennen, erst seit der Biedermeierzeit 1815-1848 gibt. Und auch, dass Toiletten und fließend Wasser erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts vermehrt entstanden, was wiederum mit der in dieser Zeit gebauten Kanalisation zusammenhängt. Alles logisch klar, aber dass das quasi erst gestern war, war mir Geschichtsdeppen so nicht klar!)


Im untersten Geschoss fanden wir dann endlich den Hauptgrund unserer Anreise - letztes Jahr zum 40jährigen Geburtstag von LE.GO® ist dort eine Ausstellung aus privater Sammlung aufgebaut worden und führte anhand diverser Aufbauten durch die Geschichte. Sehr spannend das - wir entdeckten einige Sachen wieder, die damals von uns bespielt wurden, erfuhren, dass die Männchen früher weder Arme, noch Gesichter hatten und wer Lust hatte, konnte sich auch selbst zum Bauen hinsetzen.

Auf den Fotos kann man sehr schön sehen, wie ausdifferenzierter die Bauten inzwischen sind - besonders schön an den Polizisten zu sehen. Das ist vermutlich aber auch das Leid vieler Eltern. Nicht nur, dass so die Phantasie der Kinder eingeschränkt wird, sondern es müssen auch diverse einzelne Teile gekauft werden, denn ein Cowboy ist heute nur ein Cowboy und nix anderes. Früher konnte man durch Kopfbedeckungen und Kleinkrams alles aus alles Figuren machen... aber früher war ja sowieso... na ja, ihr wisst schon!


Natürlich gab es übrigens auch einen großen Bereich über Star Wars - ich hätte sogar endlich mal eine Zusammenfassung der Handlung runtergebrochen auf fünf Seiten lesen können, aber selbst das war mir zu viel ;-) Aber es sah schön aus so mit Diskokugel drüber!

Nette Ausstellung, allerdings muss ich sagen, hatte ich mir mehr/was anderes drunter vorgestellt. Ich hatte eine deutlichere Zeitreise erhofft, es gab aber einzelne Zeitspannen über zehn Jahre mit diversen durcheinander aufgestellten Aufbauten, teilweise meiner Meinung nach ohne Zusammenhang. Das fand ich sehr schade. Da ich kein LE.GO®-Nerd bin, erschlossen sich mir dadurch die Unterschiede nicht wirklich, es sei denn, sie waren so frappierend wie zB bei den Polisten auf ihren Motorrädern.


Besonders schade fand ich allerdings, dass die Ausstellung, die ja nun logischerweise neben den Nerds vor allem Kinder anzieht, so kinderunfreundlich gestaltet war. Man hätte die Tische mit den großen Szenen lieber mal locker 30-50cm tiefer setzen können, dann hätten die Kleinen auch wirklich gucken können. Es gibt zwar ein paar Podestkisten, die da rumstehen, aber wer schleppt die schon dauernd von einem Platz zum anderen?! Und so blieb den Eltern ein Satz garantiert nicht erspart: "Kannst du mich mal hochheben?" :(

Abschließend waren wir dann noch kurz untern Dach. Der Mannn hielt vor Erschöpfung ein Kurznickerchen, während ich in den Lichterwelten oder wie das hieß, eine Schattenwelt erbaute - toller Abschluss! Wäre ich nicht so erschöpft gewesen, hätte ich mich auch noch in die Farbzelte gelegt, hätte mir einen Morsezettel hergestellt und eine im Schwarzlicht leuchtende Maske gebastelt...

Fazit: Toller Ausflug für junge und junggebliebene Erwachsene :)


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