Dienstag, 3. September 2013

Nachgeschmack des Sommers


Es ist kaum zu leugnen: Es ist draußen deutlich kühler geworden, die Zwetschgen sind reif, die ersten Kastanien auch bald, Eicheln und Laub fallen sowieso schon scharenweise aus den Bäumen. SO war meteorologischer Herbstbeginn. Nicht schön, aber auch nicht zu ändern.
Obwohl ich auch längst dabei bin, die ersten Weihnachtsgeschenke zu planen und schon fleißig Adventskalenderdingelchen sammle und außerdem am WE die erste Packung Lebkuchen verdrückt habe, schauen wir aber nochmal zurück in den Sommer. Genauer gesagt auf meinen Urlaub.

Kassel - Harz - Ratzeburg - Kopenhagen - Campingplatz Dänemark - Fehmarn - Hamburg - Hannover - Kassel, so lautete der Plan und der Mann und ich hatten zwar so gar keine Lust zu packen, freuten uns aber durchaus sehr!

Am Tag der Abreise las ich noch herzhaft lachend die Kommentare der E-Book-Reader-Verlosung von Herrn Buddenbohm durch, fragte mich dann allerdings, schon im Auto sitzend, gemeinsam mit dem Mann, ob wir oder aber alle anderen seltsam seien. Denn wir wussten beide wirklich so gar keinen Urlaub, der so wahnsinnig blöd gelaufen war, dass wir da nie, nie wieder hinfahren würden. Klar, irgendwas ist/war ja immer, aber selbst den vermaledeiten Midges (großartig hier beschrieben) in Schottland konnte ich wirklich was abgewinnen, denn ohne die hätten die Mädels und ich damals nicht Stevie, den göttlichen Traum jeder Fahrtengruppe kennengelernt. Aber das ist eine andere Geschichte. - Vielleicht lag es allerdings auch nur daran, dass wir mal so gar kein Interesse daran hatten, ein elektronisches Buch lesen zu können...

Und während wir also gen Norden fuhren, nahm der Alptraum langsam Gestalt an, so dass ich mittlerweile sagen kann
  • Nie wieder Harz! - Zumindest nicht bei tropischen Temperaturen, wenn meine Freudin meint, uns dort auf Berge und in Höhlen scheuchen zu müssen. Außerdem war alles mückenverseucht und der Typ in der Braunlager Eisdiele so dermaßen unfreundlich, dass er sich nicht mal bedankte, als er das zuviel rausgegebene Wechselgeld zurück bekam.
  • Nie wieder Kopenhagen! - Eine völlig überbewertete Hauptstadt. Wir beide waren jedenfalls gelinde gesagt enttäuscht. Wirklich sehenswert ist allenfalls der "neue Hafen", der Rest ist... na ja, ganz "nett". Das zeigt sich auch in der Auswahl der Postkarten: Egal, in welchem Lädchen/Büdchen etc. ich geschaut habe, überall dieselben fünf Motive (Nyhavn, den lille Havfrue, Amalienborg Slot, Tivoli, königliche Herrschaften), immer mal wieder anders arrangiert, aber allesamt ziemlich eindeutig vom selben Fotograf. Aber was will man auch schon mit Postkarten? Die Briefmarken kosten umgerechnet fast 2€ und brauchen auch fast zwei Wochen, bis sie denn man im benachbarten Deutschland eintrudeln. Überhaupt diese Preise!!! Nun gut, das war natürlich keine wirkliche Überraschung, aber dass es wirklich so schlimm ist, das war mir leider doch nicht klar... Der krönende Höhepunkt war allerdings der Ausflug ins Tivoli! Leider haben wir erst begriffen, als wir die erste Fahrt mit einem der vielen Achterbahnen/Karussels machen wollten, dass wir lediglich Geld hingeblättert hatten, um den Park von innen zu sehen. Alles Weitere hat - natürlich - extra gekostet, und zwar nicht zu knapp. Boah, was war ich sauer und frustriert!! Zu all dem kam außerdem noch eine pubertierende Truppe Münsteraner Messdiener, die wirklich extrem früh jeden Morgen aufgestanden sind...
  • Nie wieder Topcamp Feddet! - Malerisch in der Dünenreihe auf der Halbinsel gelegen mit wirklich guten (sanitären) Einrichtungen, aber dennoch: 53€ pro Nacht für 2 Pers./Auto/Zelt/Strom?!!! Außerdem führte der ausgeschriebene Rundwanderweg mitnichten zu einer idyllisch gelegenen Galloway-Weide, sondern in die Arme hungrig wartender, extrem stoischer Bremsenschwärme, die sich nicht mal durch unkontrolliertes Jackenschlagen vertreiben lassen wollten, geschweige denn Anstoß daran nahmen, dass ich sie beim Fressen schlagen wollte. Einziger Ausweg war eine schnelle Flucht durchs Unterholz, schnell wieder zurück ans Meer, wo der Wind ging. Dieser war - Überraschung! - NICHT zeckenfrei und der Sand empfing uns mit Trillionen von Sandflöhen. Ein traumhaftes Naturerlebnis... Wenigstens auf dem Campingplatz an sich war Ruhe und des nächtensüber uns ein absolut atemberaubender und klarer Sternenhimmel.
  • Nie wieder Fisch af Fehmarn/Burg direkt am Marktplatz! - Wer weiß, wo der Fisch wirklich herkam, fangfrisch schmeckt jedenfalls anders. Außerdem war er so ausgiebig frittiert, dass ich auch später noch was vom Abendessen hatte; Einzelheiten lasse ich ausnahmsweise aus pietätsgründen mal weg. Der Campingplatz sah eigentlich ganz verlockend familiär aus und kostete außerdem auch normale Preise, zwei Stunden Dauerbeschallung durch ein und dieselbe Kinderlieder-CD ab 8 Uhr morgens veranlassten uns dennoch zum abrupten Aufbruch.
Da war dann der Punkt erreicht, dass wir deutlich früher als geplant gen Heimat aufbrachen! Noch zwei Nächte Stippvisite bei Freunden in und bei Hamburg (wie immer toll und schön und ruhig und überhaupt), dann das kleine Erdmännchen besuchen, das just an dem Tag endlich zur Welt kam, als mein Geschenke-Post für sie online ging, und dann war aber auch gut und wir froh, daheim zu sein, so dass wir uns bis zum übrigens wirklich schönen Glen Hansard-Konzert zu Hause einigelten und machten, worauf wir Lust hatten. Der Mann: Figürchen anmalen (ich persönlich find ja den zweiten von rechts am coolsten, der hat nämlich karierte Socken an!). Ich: Stricken und "Fernsehen", nonstop.

Ein bißchen schön war es natürlich trotzdem wie die Bilder zeigen:


Am besten waren aber die Pommes in Kopenhagen, wirklich die allerbesten, die ich jemals gegessen habe! Zu finden im "Toldboden" direkt am Fluss, kurz vor der Meerjungfrau.


Und außerdem die Schmetterlingsfarm auf Fehmarn...


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